Southside 2009

Auch dieses Jahr stellt sich wieder die Frage: Do you wanna go to the seaside Southside?
Und darauf konnte es nur eine Antwort geben.

3Tage mit Freunden hochkarätige Bands zu sehen, flüssiges Gold wohin das Auge reicht, aus voller Kehle singen, tanzen und poggen bis die Sonne aufgeht…

Auch dieses Jahr war das Line-Up wieder vielversprechend:
Kings of Leon, Franz Ferdinand, Anti-Flag, Social Distortion, Die Ärzte, The Rakes, Ska-P und viele viele mehr…

Für viele ein Highlight waren wohl Die Ärzte, auch wenn ich persönlich kein Ärzte-Hörer bin, konnte ich mir dieses Konzert nicht entgehen lassen, denn dass diese Band auf jeden Fall die Menge zum Kochen bringt, davon konnte man ausgehen. Und so war es dann auch. Es schien als würden sämliche Festivalbesucher vor dieser einen Bühne stehen und würden diese Band feiern. Viele textsichere Fans (mein singender, sehr textsichere Nachbar kam zum Beispiel schon das 38. Mal in den Genuss der Ärzte) mit strahlenden Augen machten das Konzert letztendlich zu einem beeindruckenden Spektakel.

Am zweiten Tag ging es zum Warm-Up zu Johnossi, welche durch ihren guten Sound trotz minimalistischem Equipment überzeugten. Nach diesem eher ruhigen, jedoch mitreißenden Auftritt der zwei Männer John und Oscar durfte auch das Poggen nicht zu kurz kommen. Dafür sorgten The Living End und Anti-Flag.
Der Höhepunkt des Abends kam mit den zwei Bands Franz Ferdinand und Kings of Leon:
Der Sänger von Franz Ferdinand brüllte: I’m gonna go fucking wild! und hielt sein Versprechen, denn das Konzert der Band aus Schottland wurde zu einem der besten des ganzen Festivals. Neben den älteren Top-Titel wie „Take me out“, „Do you want to“, „The Dark of the Matinée“ bei denen die Stimmung im Publikum zu Sieden kam, merkte man auch den hohen Beliebtheitsgrad des gesamten neuen Albums „Tonight: Franz Ferdinand“. Von dem gitarrenlastigen „What she came for“ bis zu „Lucid Dreams“ mit einer großartigen Elektroeinlage, hat das neue Album den Live-Tauglichkeit zu 120% erfüllt. Man dachte, dieses Konzert wäre nicht mehr übertreffen.

Jedoch danach kamen The Kings of Leon und boten die komplette Bandbreite:
Man konnte hüpfen, die Haare schütteln und bei anderen Lieder lief ein kalter Schauer den Rücken herunter, weil diese Stimme einfach bis ins Mark dringt.
Den Schwerpunkt auf dem aktuellen Album, wurde das eher melancholische Album durch ältere Lieder wie „My party“ oder „Charmer“ aufgelockert. Atemberaubend war die Stimmung und spätestens als passend zu „On Call“ leichte Nebelschwarten über das Publikum hinwegzogen war es um einen geschehen. Es schien auch den Sänger nicht kalt zu lassen: Zwischen zwei Liedern hielt er inne, schaute über die Menge, nahm tief Luft und sagte:
„I’m grown up in Tennessee and a few years ago, I never thought I would see the world this way“ Seine Augen färbten sich leicht rötlich und er fuhr durch seine Haar, hielt inne und atmete erneut tief durch, um die Fassung zu wahren, bevor das nächste Lied angestimmt wurde.

Am Spätnachmittag des dritten Tages brachte die Ska-Punk Band Ska-P wirklich jeden zum Tanzen. Auch wenn die Beine schon von den Tanz- und Poggoeinlagen der letzten Tage schmerzten, war dies vergessen, als die ersten Töne der Ska-Punk-Band erklangen. Das ganze Festivalgelände schien in Bewegung zu geraten und es kam kein Halten mehr: man konnte den Circle Pits nicht mehr entkommen. Pünktlich zu Beginn des Konzerts riss der Himmel auf und machte die Stimmung perfekt.
Um die Sprachhürde zu überwinden, hatte sich die spanische Band besonders viel einfallen lassen:
Bei jedem Lied kam Ricardo Degaldo de la Obra, einer der Sänger, auch „Pipi“ genannt mit einem neuen skurrilen Outfit auf die Bühne und beschrieb somit das Grundthema des jeweiligen Songs. Ob als Priester mit Plateau-Schuhen und Mini-Kutte oder als zu Tode Verurteilter bei „Welcome to Hell„, man konnte so erkennen um welche Aussage es Ihnen bei den meisten Liedern ging.
Am Ende des Konzerts war die Band genauso aufgeheizt wie das Publikum und so war es im Grunde nicht weiter verwunderlich, dass sich der Frontsänger bis auf die Unterhose auszog und über die Bühne hüpfte. Sein diesmal als Frau verkleidete Sängerkollege wollte ihm in nichts nachstehen und so hielt er seinen blanken Hintern in die Stagekamera, machte danach jedoch noch eine entschuldigende, leicht verschmitzte Geste in die Kamera. Nun kamen nach und nach Bühnenarbeiter auf die Bühne und versuchten die immer noch tanzende und hüpfende Band von der Bühne zu bekommen. Nachdem alle Kleidungsstücke eingesammelt waren, ließ sich Ska-P doch noch zu einem Abgang überreden.
Und so kam man für eine Stunde in den Genuss feinstem Ska-Punk, der nochmal alle Energien freisetzte um nochmal bis zum Ende durchzustarten.

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